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<title>Messer</title>
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<p>Das <b>Messer</b> ist ein Mehrzweckwerkzeug, das zum Schneiden, Stechen, Hauen oder Hacken dient und aus einer <a href="Klinge" title="Klinge">Klinge</a> sowie einem Griff (<a href="Heft_(Griffst%C3%BCck)" title="Heft (Griffstück)">Heft</a>) besteht. Es zählt zu den wichtigsten Werkzeugen des Menschen. Ursprünglich war das Messer Werkzeug und <a href="Waffe" title="Waffe">Waffe</a> in einem. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich zusätzlich zum Kunst-, Ritual- und Schmuckgegenstand und sogar zum Zahlungsmittel. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Messer zum Teil des <a href="Essbesteck" title="Essbesteck">Essbestecks</a>. Es gehört zu den wenigen Objekten, die weltweit in allen Kulturen des Menschen vorkommen.
</p><p>Die Gesamtheit der Messer wird zu den <a href="Schneidwerkzeug" title="Schneidwerkzeug">Schneidwerkzeugen</a> gezählt. Außer in Haushalt, Landwirtschaft und Technik dienen sie zum persönlichen Gebrauch. Auch einige <a href="Chirurgie" title="Chirurgie">chirurgische</a> Instrumente zählen dazu. Zur Gruppe der Messer zählen auch <a href="Machete" title="Machete">Macheten</a>, <a href="Gro%C3%9Fes_Messer" title="Großes Messer">große Messer</a> und <a href="Hirschf%C3%A4nger" title="Hirschfänger">Hirschfänger</a>. Von <a href="Dolch" title="Dolch">Dolchen</a> grenzen sie sich durch ihre einschneidige Klinge ab, von <a href="Schwert" title="Schwert">Schwertern</a> und <a href="S%C3%A4bel" title="Säbel">Säbeln</a> durch ihre kürzere Klinge und von <a href="Stangenwaffe" title="Stangenwaffe">Stangenwaffen</a> wie <a href="Speer" title="Speer">Speeren</a>, <a href="Lanze" title="Lanze">Lanzen</a> und <a href="Spie%C3%9F" title="Spieß">Spießen</a> durch ihren kürzeren Griff.
</p><p>Der <a href="#Aufbau">Aufbau des Messers</a> veränderte sich zwar im Laufe der Geschichte kaum, doch Material, Form und Art von Klinge, Griff und Verzierungen variierten je nach geschichtlicher Epoche, Herkunft und Nutzungsart. Wegen seiner Nützlichkeit ist das Messer für die unterschiedlichen Gebrauchssituationen zu jeder Zeit und an jedem Ort vorhanden und bildete eine besondere Vielzahl von Variationen heraus.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie">Etymologie</h2></div>
<p>Das Wort „Messer“ leitet sich vom westgermanischen <i>*matizahs</i> ~ <i>*matisahs</i> her, von <i>*sahs</i> ‚Messer‘, was verwandt mit lateinisch <i>saxum</i> ‚Fels, Stein‘ (woraus italienisch <i>sasso</i>) ist. Somit führt die Bezeichnung direkt zu den urzeitlichen Wurzeln des Arbeitsgeräts, stellt es doch eine Erinnerung an die kulturellen Verhältnisse der Steinzeit dar – ebenso wie das dem westgermanischen <i>*hamar</i> ‚Hammer‘ entsprechende altnordische <i>hamarr</i> auch ‚Stein, Fels‘ bedeutet.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zum Stichwort „Sachs“ schreibt das <i><a href="Etymologisches_W%C3%B6rterbuch_der_deutschen_Sprache" title="Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache">Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache</a></i>:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„[…] aus <a href="Urgermanische_Sprache" title="Urgermanische Sprache">g.</a> *<i>sahsa</i> Messer, Kurzschwert, auch in <a href="Altnordische_Sprache" title="Altnordische Sprache">anord.</a> <i>sax</i>, <a href="Altenglische_Sprache" class="mw-redirect" title="Altenglische Sprache">ae.</a> <i>seax</i>, <a href="Altfriesische_Sprache" title="Altfriesische Sprache">afr.</a> <i>sax</i>. Zu der <a href="Wurzel_(Linguistik)" title="Wurzel (Linguistik)">Wurzel</a> (<a href="Indogermanische_Ursprache" title="Indogermanische Ursprache">ig.</a>) *<i>sek</i>- „schneiden“, zu der auch „Säge“, „Sense“ und „Sichel“ gehören. Formell entspricht <a href="Latein" title="Latein">l.</a> <i>saxum</i> „Fels“ als „das Schneidende, Kantige“. Der zugrunde liegende <i>s</i>-Stamm ist auch in <a href="Latein" title="Latein">l.</a> <i>s(a)cena</i> <a href="Genus" title="Genus">f.</a> „Haue des <a href="Pontifex" title="Pontifex">Pontifex</a>“ (aus *saces) und vermutlich in „Sense“ verbaut. Verdunkelt ist <i>Sachs</i> als zweiter Bestandteil von → <i>Messer</i>.“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Das <a href="Althochdeutsche_Sprache" title="Althochdeutsche Sprache">althochdeutsche</a> Wort <i>sahs</i> lebt verdunkelt im deutschen Wort <i>Messer</i> weiter, das sich aus dem althochdeutschen <i>mezzirahs</i>, <i>mezzir</i> (woneben <i>mazsahs</i>) entwickelt hat, was so viel wie „Speisemesser“ (vgl. althochdeutsch <i>maz</i> ‚Speise‘) bedeutet.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Zur Griffgestaltung siehe: <a href="Sch%C3%A4ftung_(Vor-_und_Fr%C3%BChgeschichte)" title="Schäftung (Vor- und Frühgeschichte)">Schäftung (Vor- und Frühgeschichte)</a>
</p>
<p>Seit der <a href="Altsteinzeit" title="Altsteinzeit">Altsteinzeit</a> benutzt der Mensch scharfe Klingen, zuerst aus Stein, vereinzelt aus Holz, Knochen und anderen harten Materialien. Sie halfen dem Menschen, andere Nahrungsquellen zu erschließen und beispielsweise Aas zu verwerten, da sein Gebiss nicht zum Zerreißen von Fleisch ausgelegt war. Das Messer war seit der Vorgeschichte ein persönliches Universalwerkzeug. Es wurde gleichermaßen von Frauen und Männern aus adligem, bürgerlichem und bäuerlichem Umfeld meist am Gürtel getragen, zählte als Kleidungsbestandteil und hatte – was die Messer mit zweischneidigen Klingen betrifft – als Dolch mit Doppelfunktion teilweise den Charakter eines Standeszeichens.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Fortschreitende <a href="Innovation" title="Innovation">Innovationen</a> verhalfen dem Menschen, Metalle zu gewinnen, sodass er Klingen zuerst aus <a href="Bronze" title="Bronze">Bronze</a> und später aus <a href="Eisen" title="Eisen">Eisen</a> beziehungsweise <a href="Stahl" title="Stahl">Stahl</a> herstellen konnte. Die Herstellung wurde zunächst von der Funktionalität des Messers als Gebrauchsgegenstand bestimmt. Zu einer späteren Zeit erhielt es einen künstlerischen Wert, der Glanz, unterschiedliche Farbgestaltung der Klinge, Verwendung von Gold, Silber, Edelsteinen und die Anfertigung kostbarer Einlegearbeiten und Gravuren umfasste. Das Messer (wie seine verlängerte Form, das <a href="Schwert" title="Schwert">Schwert</a>) umgab schon immer ein Hauch von <a href="Mystik" title="Mystik">Mystik</a>, was zu schmuckvoll gestalteten Ritual- und <a href="Zeremonie" title="Zeremonie">Zeremonienmessern</a> führte.
</p><p>Wandel und Entwicklung, denen das Messer in seinen Funktionsspektren vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit unterworfen war, werden grob in
</p>
<ul><li>frühgeschichtliche Messer mit Waffencharakter</li>
<li>mittelalterliche Mehrzweckmesser</li>
<li>frühneuzeitliche Tafelmesser</li></ul>
<p>unterteilt.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Erst im 15. Jahrhundert kam es zur Trennung von Messern und messerartigen <a href="Waffe" title="Waffe">Waffen</a>. In den Jagdbestecken des Adels hat sich diese Doppelfunktion bis in das 18. Jahrhundert erhalten,<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wobei sich eine klare Trennung schon aus der Tatsache heraus nicht herbeiführen lässt, dass jedes Messer jeder Funktion und Epoche gleichermaßen zur Waffe werden kann.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Steinzeit">Steinzeit</h3></div>
<p>Vor mehr als zweieinhalb Millionen Jahren stellte <a href="Homo_habilis" title="Homo habilis">Homo habilis</a>, der Urahn des heutigen Menschen, die ersten primitiven Werkzeuge her.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er schlug sich aus geeigneten <a href="Stein" title="Stein">Steinen</a> funktionale Schlag-, Schneide- und Schabwerkzeuge, die in der Archäologie nach ihrem ersten Fundort, der <a href="Olduvai-Schlucht" title="Olduvai-Schlucht">Olduvai-Schlucht</a> in <a href="Tansania" title="Tansania">Tansania</a>, als <a href="Oldowan" title="Oldowan">Oldowan</a> oder allgemein als <a href="Ger%C3%B6llger%C3%A4t" title="Geröllgerät">Geröllgeräte</a> bezeichnet werden. Er verwendete dabei mehr oder minder eckige Felsstücke als Rohstoff.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Rund zwei Millionen Jahre alt, sind die <a href="Chopper_(Arch%C3%A4ologie)" title="Chopper (Archäologie)">Chopper</a> genannten Werkzeuge, die bereits das Aufspalten massiver Knochen ermöglichten, um an das fettreiche und nahrhafte <a href="Mark_(Lebensmittel)" title="Mark (Lebensmittel)">Mark</a> erlegter oder von Wildtieren getöteter Tiere zu gelangen.
</p><p>Die Weiterentwicklung der Chopper waren die für Altsteinzeit typischen <a href="Chopping_Tool" title="Chopping Tool">Chopping Tools</a>. Sie weisen im Gegensatz zu diesen eine zweiseitig bearbeitete Schneide auf. Sie wurden vor rund eineinhalb Millionen Jahren gefolgt vom <a href="Faustkeil" title="Faustkeil">Faustkeil</a>, einem zweiseitig bearbeiteten, mandelförmigen <a href="Steinger%C3%A4t" title="Steingerät">Steingerät</a>, dessen runder Basis eine spitz zugerichtete Seite gegenüberlag. Sie waren 15 bis 30 Zentimeter lang, von 40 Gramm bis zu einem Kilogramm schwer. Wegen ihrer vielseitigen Funktionsweise werden sie als <a href="Schweizer_Taschenmesser" title="Schweizer Taschenmesser">Schweizer Taschenmesser</a> der <a href="Steinzeit" title="Steinzeit">Steinzeit</a> bezeichnet, das bis ins späte <a href="Mittelpal%C3%A4olithikum" title="Mittelpaläolithikum">Mittelpaläolithikum</a> vorkam. Wahrscheinlich erfüllten die Faustkeile zahlreiche Funktionen wie Hacken, <a href="Amputation" title="Amputation">Schneiden</a>, <a href="Schaben_(Verfahren)" title="Schaben (Verfahren)">Schaben</a>, Schlagen und Werfen.
</p><p>Vor einer Million Jahre hatte der <a href="Homo_erectus" title="Homo erectus">Homo erectus</a> eine Technik erlernt, um die schneidende Seite von Steinen zu splittern. Bald entdeckte der Steinzeitmensch der <a href="Altsteinzeit" title="Altsteinzeit">Altsteinzeit</a> die besondere Schärfe des <a href="Feuerstein" title="Feuerstein">Feuersteins</a>, aus dessen Knollen er mit der <a href="Levalloistechnik" title="Levalloistechnik">Levalloistechnik</a> unter Zuhilfenahme von Schlagsteinen <a href="Klinge" title="Klinge">Klingen</a> herausschlug und diese durch Abschlagen an den Rändern formte (was als <a href="Retusche" title="Retusche">Retusche</a> bezeichnet wird). Manche Feuersteinklingen zeichneten sich durch eine Schärfe aus, die an die moderner <a href="Skalpell" title="Skalpell">Skalpelle</a> heranreichte. Das hängt mit den Eigenschaften des Materials (amorpher Quarz) zusammen, das ähnlich wie Glas sehr scharfe Bruchkanten bilden kann. Diese Verfahrensweise verbreitete sich in Europa und Asien. Dem <a href="Neandertaler" title="Neandertaler">Neandertaler</a> vor 125.000 bis 40.000 Jahren wird eine besondere Begabung in der Herstellung von Messern aus Feuersteinsplittern zugeschrieben.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im <a href="Mittelmeer#Gliederung" title="Mittelmeer">östlichen Mittelmeer</a>- und insbesondere im <a href="Mesoamerika" title="Mesoamerika">mesoamerikanischen</a> Raum wurden Klingen aus <a href="Obsidian" title="Obsidian">Obsidian</a> hergestellt, einem außerordentlich harten Glas <a href="Vulkan" title="Vulkan">vulkanischen</a> Ursprungs, dessen Vorkommen die Kultur von <a href="Teotihuac%C3%A1n" title="Teotihuacán">Teotihuacán</a> ihren wirtschaftlichen Reichtum mit verdankte und das die Entwicklung von Metall über Jahrhunderte überflüssig machte.
</p>
<p>Bis dahin hatten Schneidwerkzeuge nicht über einen Griff verfügt, doch zeigte sich, dass ein solcher Vorteile bringt. So wurden Klingen mit Griffen aus Horn, Knochen oder Holz versehen. Aus der <a href="Jungsteinzeit" title="Jungsteinzeit">Jungsteinzeit</a> sind Pfahlbaumesser bekannt, für die Feuersteinklingen geschliffen und passende Griffe aus Holz oder Horn hergestellt und angepasst wurden.
</p><p>Der Übergang von Altsteinzeit zur Jungsteinzeit, vom <a href="J%C3%A4ger_und_Sammler" title="Jäger und Sammler">Jäger und Sammler</a> zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen, wurde durch die Weiterentwicklung des Messers begünstigt, wenn es nicht gar eine wichtige Voraussetzung darstellte. So definierte der <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">britische</a> <a href="Anthropologie" title="Anthropologie">Anthropologe</a> Sir <a href="John_Lubbock%2C_1._Baron_Avebury" title="John Lubbock, 1. Baron Avebury">John Lubbock</a> 1865 den Übergang in die Jungsteinzeit noch mit dem Auftreten von geschliffenen <a href="Steinger%C3%A4t" title="Steingerät">Steinartefakten</a>; heutzutage wird der Beginn der Jungsteinzeit mit dem Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise in Verbindung gebracht, die folgende Merkmale aufweist: domestizierte Tiere und Pflanzen, geschliffene Steingeräte und Sesshaftigkeit später auch Keramikherstellung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bronzezeit">Bronzezeit</h3></div>
<p>In der <a href="Bronzezeit" title="Bronzezeit">Bronzezeit</a>, die im 3. Jahrtausend v. Chr. einsetzte, wurden <a href="Kupfer" title="Kupfer">Kupfer</a>-Werkzeuge zusätzlich zu Steinwerkzeugen verwendet und daraus bald Messer hergestellt. Es wird vermutet, dass bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. Messer aus Kupfer gefertigt wurden, was aber fossil nicht nachweisbar ist.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Bereits um 2600 v. Chr. waren die <a href="%C3%84gypten" title="Ägypten">Ägypter</a> in der Lage, erste chirurgische Messer aus Kupfer herzustellen.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kupfer war allerdings nicht robust und zu weich; so wurden <a href="Zinn" title="Zinn">Zinn</a> und Kupfer zu <a href="Bronze" title="Bronze">Bronze</a>-Legierungen geschmolzen.
</p><p>Durch ihre höhere Festigkeit und leichtere Bearbeitung verdrängte die Bronze das Steinmaterial. Die Griffe dieser Messer waren ganz aus Metall, eine Auflage weiterer nicht mehr erhaltener Bestandteile aus organischem Material (beispielsweise im Lauf der Zeit verrottetes Holz) wird von den Wissenschaftlern nicht angenommen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Vollgriffmesser wiesen verschiedene Klingenformen und Griffgestaltungen auf. Sie wurden in einem einschaligen Guss hergestellt und sind daher einseitig profiliert. Später kamen zweischalige Gussformen in Gebrauch, was die Messer beidseitig profilierte.
</p><p>Insbesondere bei den Römern wurden Messer aus <a href="Messing" title="Messing">Messing</a> hergestellt, da es gut zum <a href="Formguss" title="Formguss">Formguss</a> geeignet und wegen der Gold ähnelnden Farbe sehr beliebt war.
</p><p>Später verdrängte das Eisen die Bronze als Material weitestgehend, doch einige Vorteile (relative Korrosionsbeständigkeit, sprüht im Gegensatz zu Stahl keine Funken) machen Bronzemesser bis heute interessant. <a href="Tauchermesser" title="Tauchermesser">Tauchermesser</a> aus Bronze waren daher die bevorzugte Wahl, bis es <a href="Titan_(Element)" title="Titan (Element)">Titan</a> gab. Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein gab es darüber hinaus nicht selten aus Bronze gefertigte <a href="K%C3%BCchenmesser" title="Küchenmesser">Fruchtmesser</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Eisenzeit">Eisenzeit</h3></div>
<p>Bereits ab der Endbronzezeit kamen Eisenmesser auf, welche die Bronzemesser wegen ihrer vielfältigen Vorteile schnell ablösten. Messer mit eisernen Klingen sind in Europa seit der <a href="Hallstattzeit" title="Hallstattzeit">Hallstattzeit</a> nachweisbar. Die Verhüttung von <a href="Eisen" title="Eisen">Eisen</a> bei den <a href="Hethiter" title="Hethiter">Hethitern</a> seit dem 17. Jahrhundert v. Chr. ist belegt,<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> eine Technik, die sich erst ab dem 12. Jahrhundert v. Chr. über den <a href="Vorderer_Orient" class="mw-redirect" title="Vorderer Orient">Vorderen Orient</a> und den <a href="Mittelmeer" title="Mittelmeer">Mittelmeerraum</a> ausbreitete und <a href="Mitteleuropa" title="Mitteleuropa">Mitteleuropa</a> spät erreichte, wo die <a href="Eisenzeit" title="Eisenzeit">Eisenzeit</a> erst im 8. Jahrhundert v. Chr. einsetzte und vermutlich erst ab dieser Zeit Stein-, Bronze- und Messingmesser schrittweise ablöste.
</p><p>Die späte Verbreitung war auf die Schwierigkeiten der Herstellung zurückzuführen. Die Verhüttung von Eisenerzen erforderte Temperaturen in den <a href="Rennofen" title="Rennofen">Rennöfen</a>, die bis über 1.250 °C gingen. Viele Jahrhunderte lang konnte Eisen in der Schmiedeesse nur bis zur Rotglut erwärmt und mit dem Hammer, zumeist auf Stein<a href="Amboss" title="Amboss">ambossen</a>, bearbeitet werden. Antike Gegenstände aus Eisen sind selten, da dieses schnell rostet und im Verlauf weniger Jahrhunderte verschwinden kann. In <a href="Ugarit" title="Ugarit">Ugarit</a> (Syrien) wurde ein Messer aus der Zeit um 1200 v. Chr. gefunden. Die Klinge besteht aus Eisen, der mit goldenen Rauten verzierte Griff aus Kupfer.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die so etablierte Eisenverarbeitung hielt sich bis in das 17. Jahrhundert, z. T. in kleinen Betrieben, den sogenannten Waldschmieden, auch noch länger, bis die stetige Nachfrage und viele neue Techniken zu einer Verbesserung der Verfahren führten. In ganz Europa verbreiteten sich leistungsfähigere <a href="Hochofen" title="Hochofen">Hochöfen</a>, die eine quantitativ höhere Produktion erlaubten. Das wurde zusätzlich durch wasserkraftbetriebene <a href="Blasebalg" title="Blasebalg">Blasebälge</a> und durch Wasserkraft bewegte <a href="Schmiedehammer" title="Schmiedehammer">Schmiedehämmer</a>, sogenannte Schwanzhämmer, möglich. Das durch die nun erreichbaren höheren Temperaturen erzeugte Roheisen musste allerdings durch <a href="Frischen" title="Frischen">Frischen</a> oder <a href="G%C3%A4rben" title="Gärben">Gärben</a> von seinem hohen Gehalt an Kohlenstoff befreit werden, um es für die Schmiede verarbeitbar zu machen. Diese Handwerker wurden bald <a href="Messerschmied" title="Messerschmied">Messerschmied</a>, volkstümlich auch <i>Messerschmidt</i>, genannt. In zahlreichen Familiennamen hat sich das erhalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Antike">Antike</h3></div>
<p>In der <a href="Antike" title="Antike">Antike</a> war das Messer ein allgemeiner, unentbehrlicher, täglich verwendeter Gebrauchsgegenstand. Es war bereits mit einer dazugehörigen <a href="Scheide_(Beh%C3%A4lter)" title="Scheide (Behälter)">Scheide</a> aus Leder versehen. Das typische persönliche Messer jener Zeit hatte einen kurzen, normalerweise aus Holz oder Knochen gefertigten Griff, der auf die Flachangel genietet oder auf eine Spitzangel aufgesteckt war.
</p><p>Zur hohen Kaiserzeit des <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römischen Reiches</a> gab es ebenso in Serien gefertigte Exemplare der <a href="Toreutik" title="Toreutik">toreutischen</a> Künste, sehr wertvolle Messer mit einem Griff aus bearbeitetem Silber. Auf den Esstischen erschienen erstmals kleine, zierliche Obstmesser mit Klingen aus Elfenbein oder Knochen. In dieser Zeit fanden sich erstmals Messer mit Klappgriff, die den heutigen Taschenmessern entsprechen und in Skelett-Bauweise hergestellt und in einem Stück aus Bronze gegossen wurde. Auch diese Messer wurden alltäglich im Haushalt und bei der Arbeit eingesetzt sowie als Jagdmesser oder Opfergabe verwendet. Es gab sogar Eisen- oder Bronzemesser mit Griffen aus Holz oder Eisen, seltener aus Elfenbein. Oftmals waren diese Griffe mit Figuren oder Dekorationen verziert. Die Tischmesser hatten eine kleine, leicht abgerundete Klinge.
</p><p>Desgleichen war das <a href="Ritualmesser" title="Ritualmesser">Opfermesser</a> <i>(secespita)</i> von hoher Bedeutung. Der römische Priester schnitt damit die Stirnhaare des Opfertiers ab. Das Messer wies eine lange und breite, fast dreieckige Klinge mit einem kurzen und breiten Griff auf. Fast alle Gesellschaften, in denen die Religion Blutopfer verlangte, töteten ihre Opfer mit dem Messer und nicht mit dem Schwert, während für den Selbstmord häufig nicht das Messer, sondern eine Waffe (<a href="Marcus_Iunius_Brutus" title="Marcus Iunius Brutus">Brutus</a>, <a href="Marcus_Antonius" title="Marcus Antonius">Marcus Antonius</a>) benutzt wurde, vorzugsweise das Schwert. Eiserne Messer waren als Kultmesser verpönt. Eisen stellte nämlich gegenüber Stein und Bronze etwas Neues dar, während Religion und Magie das Alte bewahrten.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der Antike kam eine Vielfalt von chirurgischen Messern auf. Den <a href="Hippokrates_von_Kos" title="Hippokrates von Kos">hippokratischen</a> Ärzten war der Gebrauch des Messers untersagt, es war den <a href="Chirurgie" title="Chirurgie">Chirurgen</a> vorbehalten. Im Römischen Reich bestand die typische Ausstattung des Chirurgen aus diversen Messern in verschiedenen Längen und Breiten sowie einer schaufelförmigen Ohrsonde, deren Rand messerscharf war. Die Instrumente waren typischerweise komplett aus Bronze gefertigt, während die chirurgischen Messer Griechenlands aus einem Bronzegriff und einer Stahlklinge bestanden. Diese konnte doppelschneidig sein. Es gab aber auch Messer, die nur eine scharfe Schneide aufwiesen und auf der anderen Seite als <a href="Spatel" title="Spatel">Spatel</a> dienten, einem messerklingenartigen, länglich flachen, aber nicht schneidenden Instrument. So führte man mit der scharfen Seite den Schnitt, während man mit der stumpfen Seite die verschiedenen Weichteile auseinanderhielt. Bei diesem Messer gingen Griff und Klinge ineinander über, es handelte sich also um die Vorstufe des klassischen <a href="Skalpell" title="Skalpell">Skalpells</a>. Diese Messer wurden hauptsächlich zum Entfernen von <a href="Geschwulst" class="mw-redirect" title="Geschwulst">Geschwülsten</a> oder anderen „Fremdkörpern“ verwendet. Der <i>Polypenspatel</i> war ein zweischneidiges Messer mit nur mäßig scharfer Klinge, das zur Abtrennung weicher Gewebeteile wie <a href="Polyp_(Geschwulst)" title="Polyp (Geschwulst)">Polypen</a> verwendet wurde. Zu dieser Gruppe der chirurgischen Instrumente gehörte die <i>Amphismela</i>, eine „Beinsäge“, ein griechisches zweischneidiges Messer, das bei <a href="Amputation" title="Amputation">Amputationen</a> eingesetzt wurde.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch die Kelten<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> stellten hochwertige, funktionale und – aus künstlerischer Sicht – schöne Messer her.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mittelalter">Mittelalter</h3></div>
<p>Im Mittelalter waren bei beiden Geschlechtern einfache Gebrauchsmesser als persönliche Ausrüstung üblich, die ständig mitgeführt wurden. Seit mindestens dem 15. Jahrhundert wurde das Messer als persönliches <a href="Essbesteck" title="Essbesteck">Essbesteck</a> zusammen mit einem Löffel in einem Lederfutteral am Gürtel getragen. Dieses Futteral beziehungsweise <a href="Etui" title="Etui">Etui</a> wurde „Besteck“ genannt; die Bezeichnung ging später auf den gesamten Satz der Esswerkzeuge über.
</p><p>Im 17. Jahrhundert kam zum Essbesteck in Europa nach und nach eine in der Regel zweizinkige Vorlege- bzw. Tranchier-Gabel hinzu, wobei die Besteckteile überwiegend mit Klappgriffen ausgerüstet waren. Der Gebrauch von Besteck bei Tisch war indes zögerlich und bürgerte sich erst im 19. Jahrhundert auf breiter Basis ein. Bis dahin dominierte der Löffel als Esswerkzeug, während das Messer vorwiegend zum vorherigen Zerkleinern in mundgerechte Portionen Verwendung fand. So bezeugt die Schilderung des <a href="Erasmus_von_Rotterdam" title="Erasmus von Rotterdam">Erasmus von Rotterdam</a>, in städtischen Gasthöfen befinde sich nur das Notwendigste an Geschirr, Messer habe der Gast selbst mitzuführen, das Vorhandensein von persönlich getragenen Messern noch im 16. Jahrhundert.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einem mittelalterlichen Haushalt fanden sich verschiedene Messertypen – klein und krumm, mit geteilter Klinge zum Schneiden und Aufspießen oder mit einem Haken als Spitze zum Abschaben von Knochen, Festhalten oder Aufspießen von Fleisch. Jedoch brachten Gäste zu einem gemeinsamen Mahl ihre eigenen Tischmesser mit, mit denen sie Fleischstücke aufspießten und zum Mund führten, wenn sie die Finger nicht zum Essen verwendeten. In diesem Punkt unterschieden sich Bauerntisch und königlicher Hof nicht. Beim mittelalterlichen Festessen am Hof wurden die Speisen vor den Gästen von einem Vorschneider, dem so genannten Tranchiermeister, in mundgerechte Häppchen zerlegt, was den Gebrauch eines eigenen Messers überflüssig machte. Die Zeremonie des <a href="Tranchieren" title="Tranchieren">Tranchierens</a> blieb bis in die <a href="Renaissance" title="Renaissance">Renaissance</a> eine Tischsitte bei Hofe.
</p><p>Das Aufkommen reiner Tafelmesser – oft unberechtigterweise mit dem Niedergang des Mehrzweckmessers gleichgesetzt – ist von der Wissenschaft nicht abschließend datiert. Haedeke nimmt das Ende des 16. Jahrhunderts an und unterscheidet seither zwischen „vornehmen Häusern“, in denen jedem Gast ein eigenes Tafelmesser bei Tisch vorgelegt wurde, und „einfachen Leuten“, die ihr Messer selbst mitbrachten. Wühr<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> hingegen sieht die Verbreitung des Tafelmessers bereits im 15. Jahrhundert. Nach seiner Ansicht wurde es zusammen mit einem größeren Messer in einer Scheide getragen und stets mitgeführt.
</p><p>Die Form der Tafelmesser wird übereinstimmend beschrieben: Es handelte sich um schlanke, oft spitze Messer, die sich durch eine geringere Klingenlänge und feinere Griffgestaltung auszeichneten.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Neuzeit">Neuzeit</h3></div>
<p>Noch im Europa des 14. Jahrhunderts wurde <a href="Eisenwerk" title="Eisenwerk">Eisengewinnung</a> im <a href="Rennofen" title="Rennofen">Rennfeuer</a> vorgenommen, doch erst gegen Ende des Mittelalters konnte mit der Einführung von <a href="Hochofen" title="Hochofen">Hochöfen</a> Gusseisen in größeren Mengen erzeugt werden. Aus diesem Roheisen wurde durch Gärben, später durch Frischen und Puddeln, schmiedbares Eisen und Stahl in besserer Qualität erzeugt.
</p><p>Mit dem Beginn des 16. Jahrhunderts formten sich bis zum 18. Jahrhundert umfangreiche Tischsitten aus.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Ästhetisierung verlangte neues, kostbares und prunkvolles Tischgerät. Bei Hofe entfaltete sich der Akt des Tranchierens zu seiner vollen Blüte. Das Essgerät wurde weiterhin von jedem Gast zu einem Mahl mitgebracht. Messer, besonders mit Silbergriff und reicher Verzierung, wurden zu einem wichtigen Statussymbol.
</p><p>Im <a href="Barock" title="Barock">Barock</a> und <a href="Rokoko" title="Rokoko">Rokoko</a> waren bedeutende Neuerungen in Form, Funktion und Dekoration zu beobachten. Der auffallendste Wandel war die Entwicklung vom „stehenden“ zum „liegenden“ Tischgerät, verbunden mit der Tatsache, dass der Gast sein Besteck – also gleichfalls das Messer – nicht mehr mitbringen musste. Zum ersten Mal trat die gemeinsame Gestaltung von Messer, Löffel und Gabel in den Vordergrund. Es entwickelte sich ein differenzierter Stil des Speisens, mehrtägige Ess- und Trinkgelage wie in der Renaissance wurden zurückgedrängt. Das Schau-Tranchieren verlor im Laufe des 18. Jahrhunderts an Bedeutung. Die damit in Zusammenhang stehenden Aktivitäten verlagerten sich mehr und mehr in die Küche. Die Funktionsänderung bedingte eine Änderung der Form: Das Messer verlor seine Spitze zum Aufspießen, da diese Anforderung vom <a href="Ahle" title="Ahle">Pfriem</a> beziehungsweise der sich immer mehr durchsetzenden Gabel übernommen wurde.
</p><p>Das 1771 erschienene Werk des Messerschmieds Jean Jacques Perret (1730–1784): <i>L’Art du Coutelier</i> (Die Kunst des Messerschmieds) beschrieb detailliert die seinerzeit modernsten Arbeitsvorgänge zur Herstellung von Messern und chirurgischen Instrumenten. Es wurde zum Standardwerk des 18. Jahrhunderts und wirkte dabei mit, dass Frankreich bei den Klapp- oder Taschenmessern zum Marktführer aufstieg. Auch die zeitgenössische Mode half: Der perfekt ausgestattete „Herr der guten Gesellschaft“ führte neben einer reich verzierten Schnupftabakdose und einem schmucken Spazierstock stets ein ebenso wertvolles wie hübsches Taschenmesser mit sich. Das Repertoire der Pariser Messerschmiede schloss daneben Spezialgeräte zum medizinischen Gebrauch, zur Kosmetik und für den Friseurberuf ein.
</p><p>Mit der <a href="Franz%C3%B6sische_Revolution" title="Französische Revolution">Französischen Revolution</a> und dem <a href="Napoleon_Bonaparte" title="Napoleon Bonaparte">Napoleonischen</a> Kaiserreich bildeten sich neue Lebensweisen heraus, die vor allem auf die beginnende Industrialisierung zurückzuführen waren. Diese wirkte sich auf das Messer aus, das bald nicht mehr nur in kostbaren Unikaten, sondern als billige Massenproduktion erhältlich war. Neue industrielle Techniken wie das <a href="Stanzen_(Technik)" class="mw-redirect" title="Stanzen (Technik)">Stanzen</a> erlaubten eine gleichbleibende, akzeptable Qualität bei niedrigen Kosten. Diese Entwicklungen führen dazu, dass der althergebrachte Handwerksberuf des <a href="Messerschmied" title="Messerschmied">Messerschmieds</a> nahezu verschwindet und erst am Ende des 20. Jahrhunderts eine Renaissance erlebt.
</p><p>Im 19. Jahrhundert wurde für Besteckmesser kohlenstoffreicher Stahl verwendet. Dieser rostete leicht, insbesondere wenn er mit säurehaltigen Lebensmitteln in Kontakt kam. Um ansehnlich zu bleiben, mussten die Messer daher immer wieder, in der Regel auf einem <a href="Sto%C3%9Friemen" class="mw-redirect" title="Stoßriemen">Stoßriemen</a>, aufwändig poliert werden. Als Abhilfe erschien ab Mitte des 19. Jahrhunderts die <a href="Messerputzmaschine" title="Messerputzmaschine">Messerputzmaschine</a> auf dem Markt.<sup id="cite_ref-evm_22-0" class="reference"><a href="#cite_note-evm-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der um 1912 entwickelte <a href="Rostfreier_Stahl" class="mw-redirect" title="Rostfreier Stahl">rostfreie Stahl</a>, der einen erhöhten Gehalt von <a href="Chrom" title="Chrom">Chrom</a> (13 bis 15 Prozent) aufweist, somit die Klinge glänzender erscheinen lässt und gegen Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit und schwache Säure resistenter als Kohlenstoffstahl ist, wird seitdem zunehmend, jedoch nicht ausschließlich, als Klingenmaterial verwendet.
</p><p>Doch der frühe rostfreie Stahl hatte zunächst Probleme, so wurden die Messer nicht scharf genug. Aber Ende der 1930er setzte er sich doch durch.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktion:_Das_Schneiden">Funktion: Das Schneiden</h2></div>
<p>Mit dem Messer ist vorrangig der Vorgang des <a href="Trennen_(Fertigungstechnik)" title="Trennen (Fertigungstechnik)">Schneidens</a> verbunden, wobei das Messer allgemein als ein Schneidwerkzeug mit <a href="Spanen" class="mw-redirect" title="Spanen">spanlosem</a>, trennendem Schnitt anzusehen ist. Technisch gesehen handelt es sich dabei um ein nicht <a href="Zerspanen" title="Zerspanen">zerspanendes</a> <a href="Keilschneiden" title="Keilschneiden">Keilschneiden</a>, das hauptsächlich dem <a href="Trennverfahren_(Fertigungstechnik)" class="mw-redirect" title="Trennverfahren (Fertigungstechnik)">Trennen</a> <a href="Biegemoment" title="Biegemoment">biegeschlaffer</a> Schnittgüter dient, bei dem das Schneidgut auseinandergedrückt wird. <a href="Schneidf%C3%A4higkeit" title="Schneidfähigkeit">Schneidfähigkeit</a> und <a href="Schnitthaltigkeit" title="Schnitthaltigkeit">Schnitthaltigkeit</a> bestimmen dabei die Güte des eingesetzten Messers.
</p><p>Die Hauptkomponente beim Zerteilen eines Stoffs ist der Druck. Ein gutes Messer zum Schneiden ist so beschaffen, dass die Schneide möglichst dünn ist. Je kleiner ihre Fläche, desto größer wird der Druck, den das Messer beim Schneiden ausüben kann. Die Auflagefläche stumpfer Messer ist zu dick, um problemlos durch das Schnittgut gleiten zu können. Bei gleichem Energieaufwand dringen scharfe Messer demgemäß tiefer in das Material ein als stumpfe. In der häuslichen Praxis unterscheidet man den Druckschnitt (z. B. beim Rasieren) vom Zugschnitt, wie er meist in der Küche angewendet wird.
</p><p>Dringt die harte Klinge des Messers in weicheres Schnittgut ein, zerstört es an der Schnittstelle die <a href="Molek%C3%BCl" title="Molekül">molekulare</a> Struktur dieses Schnittguts. <a href="Festk%C3%B6rper" title="Festkörper">Feste</a> <a href="Materie_(Physik)" title="Materie (Physik)">Materie</a> besteht aus eng gepackten Molekülen, die von elektrischen Bindungskräften zusammengehalten werden, die nur auf kurze Distanz wirken. Sobald die keilförmige Schneide die Moleküle weit genug auseinandergedrückt hat, werden diese Bindungskräfte zu schwach, und die Moleküle verlieren ihren Zusammenhalt.
</p><p>Im täglichen Gebrauch in Haus und Werkstatt wird auf ganz unterschiedliche Weise mit Handmessern umgegangen, wobei man von drei grundlegenden Schnittarten sprechen kann:
</p>
<ul><li>Druckschnitt</li>
<li>schabender Schnitt</li>
<li>Zugschnitt</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Messerarten">Messerarten</h2></div>
<p>Es gibt eine reiche Vielfalt von Messerarten und verschiedene Ansätze zur Kategorisierung. Hinsichtlich ihres Verwendungszweckes können sie grob eingeteilt werden in
</p>
<ul><li><a href="Berufsmesser" title="Berufsmesser">Arbeits-, Berufs- und Freizeitmesser</a></li>
<li><a href="Essbesteck" title="Essbesteck">Besteckteil</a></li>
<li><a href="K%C3%BCchenmesser" title="Küchenmesser">Haushalts- und Küchenmesser</a></li>
<li><a href="Industriemesser" title="Industriemesser">Industriemesser</a></li>
<li><a href="Kampfmesser" title="Kampfmesser">Kampfmesser</a></li>
<li><a href="Rasiermesser" title="Rasiermesser">Rasiermesser</a></li>
<li><a href="Ritualmesser" title="Ritualmesser">Ritualmesser</a></li></ul>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Liste_von_Messertypen" title="Liste von Messertypen">Liste von Messertypen</a></div>
<p>Messer können ebenso nach ihrer <a href="Klinge" title="Klinge">Klinge</a> kategorisiert werden. So gibt es:
</p>
<ul><li>lange und kurze Klingen,</li>
<li>schmale und breite,</li>
<li>glatte und gewellte,</li>
<li>gerade und gebogene,</li>
<li><a href="#Messer_mit_feststehender_Klinge">feststehende</a> und <a href="#Messer_mit_beweglicher_Klinge">bewegliche Klingen</a> (z. B. versenkbare Klingen (<a href="Fallmesser" title="Fallmesser">Fallmesser</a>, einige <a href="Springmesser" title="Springmesser">Springmesser</a>), <a href="Taschenmesser" title="Taschenmesser">Klappmesser</a>, <a href="Faltmesser" title="Faltmesser">Faltmesser</a>),</li>
<li>sowie Messer mit auswechselbaren oder Abbrechklingen (sogenannte <a href="Cutter_(Messer)" title="Cutter (Messer)">Cutter</a>).</li></ul>
<p>Die Unterteilungen sind dabei stets fließend; dazu gibt es Spezialmesser, die nicht eindeutig zuordenbar sind. Außer ihrer ursprünglichen Bestimmung als Schneidewerkzeug entwickelten sich einige Messertypen zu <a href="Stichwaffe" title="Stichwaffe">Stich-</a> und <a href="Hiebwaffe" title="Hiebwaffe">Hiebwaffen</a> oder Multifunktionswerkzeugen mit mehreren Klingen, <a href="S%C3%A4ge" title="Säge">Sägen</a>, <a href="Zange" title="Zange">Zangen</a> und anderen Kleinwerkzeugen (zum Beispiel <a href="Schweizer_Taschenmesser" title="Schweizer Taschenmesser">Schweizer Taschenmesser</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau">Aufbau</h2></div>
<p>Aufbau und Material der Messer haben sich bis heute kaum verändert. Grundsätzlich besteht jedes Messer aus einer Klinge (1) und einem Griff, auch <a href="Heft_(Griffst%C3%BCck)" title="Heft (Griffstück)">Heft</a> (2) genannt. Der Teil der Klinge, der nicht im Griff liegt, wird Klingenblatt genannt. Jede Klinge hat eine Spitze (3), „Ort“ genannt, und eine <a href="Fase" title="Fase">Fase</a> oder Wate (Schneidfase, auch Sekundärfase oder Schleiffase) (4), die scharfe Kante, von der letztlich die Schneidwirkung ausgeht. Die Schneidfase kann noch eine Mikrofase haben, wenn beim Abziehen der Klinge in einem etwas stumpferen Winkel gearbeitet wird. Die Fase ist die Schneidkante der Klinge, die in einem bestimmten Profil angeschliffen ist. Die verschiedenen Flächen mit unterschiedlichen Winkeln entfallen, wenn die Klinge insgesamt ballig (konvex) ausgeschliffen ist (der <a href="Solinger_D%C3%BCnnschliff" title="Solinger Dünnschliff">Solinger Dünnschliff</a> fällt auch darunter). Der Klingenspiegel bezeichnet die Seitenfläche der Klinge, oberhalb des Anschliffs (Primärfase; 5) und unterhalb des Rückens (hier liegt die Hohlkehle im Spiegel). Der Spiegel kann auch nur die Fläche des Ricassos (8) sein, wenn die Klinge einen hohen Anschliff, bis zum Rücken, besitzt. Das Maß zwischen Rücken und Schneidkante wird als Höhe der Klinge bezeichnet.
</p><p>Die der Schneide gegenüberliegende Seite ist der Messerrücken (6). Unterhalb des Messerrückens kann eine <a href="Hohlkehle_(Blankwaffe)" class="mw-redirect" title="Hohlkehle (Blankwaffe)">Hohlkehle</a> (7) Material und somit Gewicht sparen. Die Klinge wird durch diese Sparmaßnahme kaum geschwächt. Das Ricasso ist der nicht scharfgeschliffene Teil zwischen Griff (beziehungsweise <a href="Parierstange" title="Parierstange">Parierstange</a>) und Schneide; es wird auch <a href="Fehlsch%C3%A4rfe" title="Fehlschärfe">Fehlschärfe</a> genannt. Der Übergang zwischen Blatt und Fehlschärfe oder Kropf wird <i>Einsatz</i> genannt. Die Fehlschärfe ist die Stelle, an der in der Regel die Signatur des Messerschmieds oder der Manufaktur eingeschlagen wird, die sogenannte <a href="Schmiedemarke" title="Schmiedemarke">Schmiedemarke</a> (8). Zwischen Klinge und Griff verhindert häufig ein Handschutz (9) das Abgleiten der Hand auf das Blatt.
</p><p>Die Klinge wird mit dem <a href="Erl_(Klinge)" title="Erl (Klinge)">Erl</a> (nicht zu sehen) im Griff befestigt. Bei einem Messer ist der Erl die Verlängerung der Klinge, als Flach- oder Spitzangel, die in den Griff hinein reicht. Die Befestigung kann durch Einkleben erfolgen, durch Verstiften von der Seite oder durch Vernieten über dem Griffende, wozu eine längere Angel notwendig ist. Eine eventuelle Verdickung am Griffende aus Metall heißt Knauf (10), wobei die genauer beschreibenden Begriffe: Beschlag, Griffkappe, Nietscheibe, Nietknauf, Nietknäufchen (auf einem Knauf), verwendet werden. Bei einem Messer mit Flachangel kann diese durch den gesamten Griff reichen und wird dann an den Kanten umlaufend sichtbar. Auf einer Flachangel aufgenietete oder -gelötete Metallteile, welche die Enden des Griffs stabilisieren und/oder schmücken, werden Backen genannt, wenn es kein Knebel ist. Ein Knebel (oder Handschutz) wird als solcher bezeichnet, wenn es ein einzelnes Bauteil ist, welches auf die Angel geschoben wird.
</p><p>Integralmesser sind solche, bei denen in der Bezeichnung betont wird, dass die Klinge mit einem Kropf oder Knebel und die Angel (hier meist Flachangel) aus einem Stück hergestellt wurden. Bei einem Vollintegralmesser ist zusätzlich auch der Knauf mit den anderen Teilen zusammen aus einem Stück gefertigt.
</p><p>Die Außenseiten des Griffs bestehen bei Messern mit Flachangel häufig aus zwei Griffschalen, die meist aufgenietet werden. Der Fangriemen (regional das <i>Bändsel</i>; 11), ein Lederriemen oder eine Schnur, dient der leichteren Handhabung des Messers. Gebrauchsmesser werden im Allgemeinen nach dem wichtigsten Teil, der Klinge, und deren Form oder Zweck benannt. Bei historischen Messern wird häufiger die Form und Gestaltung der Klinge nur als Nebenmerkmal gesehen, während die typologische Hauptbedeutung in die Form des Griffs gelegt wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Klinge">Die Klinge</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Klinge" title="Klinge">Klinge</a></i></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Material-Überblick"><span id="Material-.C3.9Cberblick"></span>Material-Überblick</h4></div>
<p>In der Hauptsache wird für die Klinge des modernen Messers <a href="Messerstahl" title="Messerstahl">Messerstahl</a> verwendet, der sich je nach Zusammensetzung der <a href="Legierung" title="Legierung">Legierung</a> durch spezifische Eigenschaften auszeichnet. Daneben gibt es metallische Klingen aus <a href="Titan_(Element)" title="Titan (Element)">Titan</a>- oder anderen nicht-eisenhaltigen Legierungen (wie Talonite oder <a href="Stellite" title="Stellite">Stellite</a>).
</p><p>Gegen Ende des 20. Jahrhunderts machten sich Messerhersteller auch <a href="Schneidkeramik" title="Schneidkeramik">Schneidkeramik</a>, meist aus <a href="Zirconiumdioxid" class="mw-redirect" title="Zirconiumdioxid">Zircondioxid</a>, für Klingen nutzbar. Sie können nicht so scharf ausgeschliffen werden wie Klingen aus guten Stählen. Dafür sind sie härter und somit länger schnitthaltig, besonders bei unsachgemäßer Behandlung wie Schneiden auf harten Unterlagen aus Keramik, Glas oder Metall. Darum finden sie vor allem in Privathaushalten Verwendung, wo sie gegenüber Messern aus billigen Stählen ihre Vorteile ausspielen können.
Zudem sind sie geschmacksneutral und für Allergiker geeignet. Die hohe Härte birgt allerdings auch Nachteile. So ist die Klinge bruchanfälliger und ohne spezielle Werkzeuge nicht zu schärfen.
</p><p>Selten werden Kunststoffe verwendet, die vergleichsweise wenig <a href="Schnitthaltigkeit" title="Schnitthaltigkeit">schnitthaltig</a> sind, sodass der Einsatz eingeschränkt ist. Ein Beispiel dafür ist Einweg-Partybesteck.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Qualitätsanforderungen"><span id="Qualit.C3.A4tsanforderungen"></span>Qualitätsanforderungen</h4></div>
<p>Ganz besonders hängt die Qualität einer Klinge von den Eigenschaften des verwendeten Stahls ab. Im Wesentlichen bestimmt bei traditionellen (vorindustriellen) Klingen der Kohlenstoffgehalt die erreichbare Härte des Stahls. Es gibt unterschiedliche Herstellungstechniken für Messerstahl: das <a href="Raffinieren" class="mw-redirect" title="Raffinieren">Raffinieren</a>, wobei ein Rohstahl mit sich selbst verschweißt wird, um besondere Reinheit und Homogenität zu erreichen, und das <a href="Damaszener_Stahl" title="Damaszener Stahl">Damaszieren</a>. Die moderne Damaszenerklinge besteht aus verschiedenen Stählen mit leicht unterschiedlichen Legierungsbestandteilen, was zu vielfältigen Mustern auf der Klingenoberfläche führt. Damaszenerstahl war jedoch ursprünglich ein Zufallsprodukt der Eisenherstellung, indem Eisensorten mit unterschiedlichem Kohlenstoff- und Phosphorgehalt miteinander im Feuer verschweißt wurden. In der Wikingerzeit kam diese Technik zur Blüte; man beherrschte die Mustersteuerung und konnte Klingen mit Damaszenerstahlkern und Stahlschneiden herstellen. Das wurde vor allem in der <a href="Waffe" title="Waffe">Waffenherstellung</a> eingesetzt und war zunächst nur bei Schwert- und Messerklingen zu finden, die den <a href="Blankwaffe" title="Blankwaffe">Blankwaffen</a> zuzurechnen sind. Die Vorstellung, dass auf diese Weise harte und weiche Stähle miteinander kombiniert wurden, ist falsch.
</p><p>Heutzutage gibt es Stahlsorten, welche die Vorteile des Damaszenerstahls ohne seine Nachteile (beispielsweise unsichtbare Schweißfehler zwischen den Lagen) besitzen, so wird dieser nur noch aus künstlerischen und ästhetischen Gründen verwendet.
</p><p>Bei vielen historischen Klingen, aber auch in der traditionellen Messerschmiede (z. B. in Japan) wird zwei- oder mehrlagiger <a href="Stahl" title="Stahl">Stahl</a> verwendet, der aus Schichten von zähem <a href="Eisen" title="Eisen">Eisen</a>, <a href="Federstahl" title="Federstahl">Federstahl</a> oder <a href="Werkzeugstahl" title="Werkzeugstahl">Werkzeugstahl</a> bestehen kann. Bei manchen Klingen können die Muster, welche bei der Fertigung entstehen, ein typisches Erkennungsmerkmal für eine bestimmte Technik sein.
</p><p>Die Härte einer Klinge wird mit der <a href="Rockwell_(Einheit)" title="Rockwell (Einheit)">Rockwellhärte (HRC)</a> angegeben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Messer_mit_feststehender_Klinge">Messer mit feststehender Klinge</h4></div>
<p>Feststehende Messer verfügen über eine feste, meist durchgehende Klinge, die in der Regel mit einem Griff verbunden ist, etwa bei den meisten <a href="K%C3%BCchenmesser" title="Küchenmesser">Küchenmessern</a>. <a href="Kampfmesser" title="Kampfmesser">Kampfmesser</a> und <a href="Dolch" title="Dolch">Dolche</a> für die militärische Verwendung gehören ebenso dazu. Zu feststehenden Messern zählen die längsten Messertypen, zum Beispiel <a href="Bajonett" title="Bajonett">Bajonette</a> von über 50 Zentimetern Länge. Durch die stabile Verankerung der feststehenden Klinge können diese Messer stärkere Querkräfte vertragen. Außerdem ist bei einem feststehenden Messer nicht die Gefahr gegeben, dass die Klinge wie bei einem Klappmesser bei extremen Belastungen aus der Rastung bricht. Daher werden feststehende Messer aus Gründen der Stabilität, Sicherheit und leichterer Reinigung für viele Einsatzzwecke bevorzugt. Am stabilsten sind <a href="Integralmesser" title="Integralmesser">Integralmesser</a>, bei denen der gesamte Messerkörper aus einem Stück Stahl geschmiedet wird.
</p><p>Eine besondere Form hat das <a href="Faustmesser" title="Faustmesser">Faustmesser</a>, bei dem die Klinge parallel oder rechtwinklig zum Griff angebracht ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Messer_mit_beweglicher_Klinge">Messer mit beweglicher Klinge</h4></div>
<p>Bei <a href="Taschenmesser" title="Taschenmesser">Klappmessern</a> ist die Klinge beweglich, liegt zwischen zwei Wangen und kann mittels Daumendreh oder Fingerzug in den Griff eingeklappt beziehungsweise aktiviert werden. Manche Klappmesser sind besonders für den Gebrauch mit nur einer Hand konzipiert und werden <i>Einhandmesser</i> genannt. Gebrauchsklappmesser verfügen zum Schutz gegen ein unbeabsichtigtes Zuklappen oft über eine feststellbare Klinge, auch kann auf dem Messerrücken eine Sperre zur Messerverriegelung gelöst werden. Da der Schwachpunkt in der Drehachse der Klinge liegt, sind Klingenlängen bis maximal zehn Zentimeter üblich, wenn auch immer wieder vereinzelt große Klappmesser auf den Markt kommen. Zum Transport wird die Klinge in den Griff eingeklappt.
</p><p>Viele Klappmesser in sog. <a href="Schweizer_Taschenmesser" title="Schweizer Taschenmesser">Schweizer-Art</a> beziehungsweise Nachahmungen jener enthalten neben der eigentlichen Messerklinge noch diverse <a href="Werkzeug" title="Werkzeug">Werkzeug</a>-Klingen, etwa <a href="Korkenzieher" title="Korkenzieher">Korkenzieher</a> (schweizerisch: Zapfenzieher), <a href="Ahle" title="Ahle">Ahle</a>, <a href="Lupe" title="Lupe">Lupe</a>, Kombi<a href="Zange" title="Zange">zange</a>, <a href="Schraubenzieher" title="Schraubenzieher">Schraubenzieher</a> etc.
</p><p><a href="Fallmesser" title="Fallmesser">Fallmesser</a> besitzen ebenfalls eine bewegliche Klinge. Bei ihnen fällt die im Griff verborgene Klinge durch Schwerkraft oder Schleuderbewegung heraus und rastet ein.
</p><p>Eine weitere Varietät sind <a href="Springmesser" title="Springmesser">Springmesser</a>, bei denen die Klinge mittels Feder- oder Wurfkraft aus dem Heft nach vorne ausklappt und dort verriegelt wird.
</p><p>Bei <a href="Faltmesser" title="Faltmesser">Faltmessern</a> wird der Griff zum Transport um die Klinge gefaltet. Bekanntester Vertreter ist das <a href="Balisong" title="Balisong">Balisong</a>, bei dem zwei hohle Griffhälften, die jeweils um 180° geschwenkt werden können, die Klinge bei geschlossenem Zustand in sich aufnehmen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbewahrung">Aufbewahrung</h2></div>
<p>Für Messer gibt es unterschiedliche Aufbewahrungsmöglichkeiten, die oft auch zum Schutz der Klinge dienen.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Scheide_(Beh%C3%A4lter)" title="Scheide (Behälter)">Messerscheide</a></div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Messerk%C3%B6cher" title="Messerköcher">Messerköcher</a></div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Messerblock" title="Messerblock">Messerblock</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Magnetische Halteschiene</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kulturelle_Bedeutung">Kulturelle Bedeutung</h2></div>
<p>Das frühgeschichtliche Messer hatte Werkzeug-, aber auch Waffencharakter, daher dauerte es bis ins hohe Mittelalter, bis spezielle Messer für den Gebrauch an der Speisetafel aufkamen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_westliche_Welt">Die westliche Welt</h3></div>
<p>Der Verletzungsgefahr war sich die Kultur der <a href="Westliche_Welt" title="Westliche Welt">westlichen Welt</a> lange bewusst und hat das Tischmesser folglich mit einer Vielzahl von Regeln belegt: Es sei nicht zum Mund zu führen, also nicht auf sich selbst zu richten, es dürfe damit nicht auf jemand anderen gedeutet werden, und das Messer solle nicht mit der Spitze voran gereicht werden.
</p><p>Im Laufe der Zeit entstanden weitere Tabus und Sitten. Manche aus praktischen Gründen, zum Beispiel das Verbot, Frühstückseier mit dem Messer zu köpfen. Messer aus Silber oder Eisen werden durch den Schwefel verfärbt und hinterlassen im Ei einen fauligen Geschmack, was heute bei rostfreiem Besteck unbedeutend geworden ist. Andere aus kulinarischen Gründen: Es gilt als nicht zweckbezogen, Kartoffeln und vor allem Knödel zu zerschneiden, diese werden, um eine unebene Kante zu bekommen, mit der Gabel „zerrissen“. Dies hat den Grund, dass die Aufnahme der Sauce damit verbessert wird.
Die Verwendung spezieller Fischmesser hat den Grund, das Filet durch die flache Form leichter von den Gräten trennen zu können.
</p><p>Das so genannte <i>Reformbesteck</i>, eine von dem österreichischen Architekten <a href="Otto_Wagner" title="Otto Wagner">Otto Wagner</a> für die <a href="Wiener_Werkst%C3%A4tte" title="Wiener Werkstätte">Wiener Werkstätte</a> entworfene Gabel mit einer Vertiefung und drei Zinken, von denen die linke verbreitert und leicht angeschliffen war, mit der man also nicht nur aufspießen, sondern gleichzeitig schöpfen und schneiden konnte, konnte sich nicht durchsetzen, obwohl sie als „Kaisergabel“ bekannt wurde, nachdem Kaiser <a href="Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm II. (Deutsches Reich)">Wilhelm II.</a> sie wegen seiner Körperbehinderung benutzt hatte.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch Kaiser <a href="Franz_Joseph_I." title="Franz Joseph I.">Franz Joseph</a> bediente sich bei Tisch nur ungern des Messers. Das Fleisch musste so zart und weich sein, dass es sich leicht mit der Gabel zerteilen ließ. Es ist amerikanische Gewohnheit, Fleisch grundsätzlich mit der Gabel aufzunehmen und zwar mit der rechten Hand, das Messer wird jedoch zum Zerteilen des Fleisches benötigt, so wird während der Mahlzeit immer wieder Messer und Gabel von links auf rechts getauscht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ostasien">Ostasien</h3></div>
<p>Der gesamte <a href="Ostasien" title="Ostasien">ostasiatische Raum</a> bildete hinsichtlich des Essbestecks Gewohnheiten aus, die von denen des Westens verschieden sind: Fleisch und Gemüse werden bis heute zugeschnitten, bevor sie zubereitet und auf den Tisch gebracht werden. Zum Essen werden <a href="Essst%C3%A4bchen" title="Essstäbchen">u. a. hölzerne Stäbchen</a> benutzt. Gräberfunde belegen, dass diese Form des Tischbestecks in China bereits um 1500 v. Chr. Verwendung fand. Im 7. Jahrhundert gelangten die Essstäbchen durch buddhistische Priester und Missionare aus China nach Korea und Japan. Insbesondere für Chinesen und Japaner wirkte das europäische Tischbesteck gewalttätig und bedrohlich, sie spöttelten gar, die Europäer seien <a href="Barbar" title="Barbar">Barbaren</a>, äßen sie doch mit Schwertern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="China">China</h4></div>
<p>In <a href="China" title="China">China</a> wurde das Messer sogar zum Zahlungsmittel (<i>Dao</i>, „<a href="Messerm%C3%BCnze" title="Messermünze">Messer-Münzen</a>“) und auch umgekehrt Münzen-Messer oder Münzen-Schwerter. Die <a href="Tang-Dynastie" title="Tang-Dynastie">Tang-Periode</a> gilt hinsichtlich Silberbearbeitung und Ausführung künstlerischer Messergriffe der Messer als wichtig, die als Statussymbol oder für Zeremonien dienten. Aus der <a href="Shang-Dynastie" title="Shang-Dynastie">Shang-Periode</a> wurde eine Reihe von Ritualmessern mit Jade-Griffen aus <a href="Turkestan" title="Turkestan">Turkestan</a> gefunden, deren genaue Verwendungsweise noch unbekannt ist. Es könnte sich um Grabbeigaben oder Zeichen der Macht oder des Standes gehandelt haben.
</p><p>Chinesische Schneidewaren haben eine lange Tradition, die heutzutage teilweise in Verruf geraten ist, weil der Markt weltweit mit Billigmessern fragwürdiger chinesischer Herkunft überschwemmt wird. China ist heute der Dreh- und Angelpunkt der internationalen <a href="Markenpiraterie" class="mw-redirect" title="Markenpiraterie">Markenpiraterie</a>. Chinesische <a href="Plagiat" title="Plagiat">Plagiatoren</a> gehören zu den professionellsten der Welt, und nahezu sämtliche Markenmesser stehen in der Gefahr, kopiert zu werden. Davon betroffen sind Traditionsmarken des eigenen Landes: Im August 2004 musste <i>Wangmazi Scissors</i>, ein mehr als 350 Jahre altes chinesisches Traditionsunternehmen für Schneidewerkzeuge, <a href="Insolvenz" title="Insolvenz">Konkurs</a> anmelden.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Unternehmen war 1651 in der <a href="Qing-Dynastie" title="Qing-Dynastie">Qing-Dynastie</a> gegründet worden und stand als Inbegriff für chinesische Messer und Scheren höchster Qualität. Immer mehr Kopien, die sich „Old Wangmazi“ oder „True Wangmazi“ nannten, machten der Originalmarke Konkurrenz. Zum Schluss waren es Dutzende von Fälscherfirmen, die jährlich mehr als fünf Millionen Imitate allein auf den chinesischen Markt brachten.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das klassische chinesische <a href="Kochmesser" title="Kochmesser">Kochmesser</a> hat die Form eines europäischen Küchen- oder Hackbeils, ist zur Zertrümmerung harter Knochen und Knorpel nicht geeignet, sondern wird für das Schneiden und Hacken von Kräutern und Gemüse verwendet. Die Klinge ist traditionell aus nicht rostfreiem Stahl gefertigt und muss daher sorgfältig gepflegt werden, wenn sie nicht rosten soll, was dann einen neuen Schliff erfordert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Japan">Japan</h4></div>
<p>In <a href="Japan" title="Japan">Japan</a> erreichte die Kunst der Schwert- und Messerherstellung einen anderswo kaum zu findenden Standard, obwohl die Metallverarbeitung erst im 3. Jahrhundert v. Chr. einsetzte. Es wurde Bronze wie Eisen verarbeitet, Stahl erreichte beachtenswerte technische Qualitäten. Daher sind japanische Messer hochbegehrt. Bis heute werden Küchenmesser – <a href="H%C5%8Dch%C5%8D" title="Hōchō">Hōchō</a> – durch die Verwendung spezieller Stähle auf extrem hohe Härte ausgerichtet, und das feine Gefüge ermöglicht eine sehr scharfe Schneide. Traditionell gefertigte japanische Messer besitzen meistens einen eckigen oder ovalen Holzgriff. Bei manchen Messern ist der Griffquerschnitt in der Form der Wasserkastanie gefertigt, wodurch die Messer zusätzlich in der Hand fixiert werden. Ab der <a href="Muromachi-Zeit" title="Muromachi-Zeit">Muromachi-Zeit</a> wurde das Schwert nicht mehr am Gürtel (<a href="Obi_(G%C3%BCrtel)" title="Obi (Gürtel)">Obi</a>) befestigt, sondern in ihn gesteckt, was zu einer Veränderung des Zubehörs führte: In die feste, lackierte Holzscheide (<a href="Saya" title="Saya">Saya</a>) des Kurzschwerts (<a href="Wakizashi" title="Wakizashi">Wakizashi</a>) wurde häufig ein schmales, kurzes Beimesser (<a href="Kozuka" title="Kozuka">Kogatana</a>) gesteckt, das in der Form einem kleinen Gebrauchsmesser gleicht.
</p>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Santoku" title="Santoku">Santoku</a></i></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Südasien"><span id="S.C3.BCdasien"></span>Südasien</h3></div>
<p>In <a href="S%C3%BCdasien" title="Südasien">Südasien</a> und insbesondere <a href="Indien" title="Indien">Indien</a> konnten sich jahrtausendelang weder Essstäbchen noch Messer und Gabel als Essbesteck durchsetzen, vielleicht auch deswegen, weil Fleisch traditionell selten auf der Speisekarte steht. Hier wird unter alleiniger Verwendung der (reinen) rechten Hand gemeinsam von großen Tellern gegessen.
</p><p>Zudem weist Indien die Besonderheit einer eigenen Herstellungsweise des Damaszenerstahls auf, die <a href="Wootz" title="Wootz">Wootz</a> genannt wird. Hierbei wird Roheisen in einem Tiegel zusammen mit bestimmten mineralischen Zuschlagstoffen auf sehr hohe Temperatur gebracht, wobei ein sog. Kristallisations-Damast entsteht. Daneben hat das Messer in Indien – vor allem durch die Kultur der Mogul-Zeit – wie andere Gebrauchsgegenstände aufgrund von Gestaltungsbesonderheiten und kostbaren Materialien künstlerischen Wert. So finden sich viele mit Edelsteinen, Gravuren oder <a href="Ziselierung" class="mw-redirect" title="Ziselierung">Ziselierungen</a> reich verzierte Griffe aus <a href="Jade" title="Jade">Jade</a>, Silber oder Gold. Gewöhnlicher, oft nicht weniger kunstvoll sind Griffe aus <a href="Elfenbein" title="Elfenbein">Elfenbein</a> oder Knochen, geschnitzt oder mit <a href="Intarsien" class="mw-redirect" title="Intarsien">Intarsien</a> versehen. Besonders in <a href="Kaschmir" title="Kaschmir">Kaschmir</a> wird noch heute <a href="Sandelholzbaum" title="Sandelholzbaum">Sandelholz</a> verarbeitet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Subsahara-Afrika">Subsahara-Afrika</h3></div>
<p>Auch in <a href="Subsahara-Afrika" title="Subsahara-Afrika">Subsahara-Afrika</a> entwickelte sich das Messer zum Zahlungsmittel, wo es neben <a href="Muschelgeld" title="Muschelgeld">Muschelgeld</a> gebräuchlich war. Typische Geldfunktion hatten die <a href="Wurfmesser" title="Wurfmesser">Wurfmesser</a> in <a href="Gabun" title="Gabun">Gabun</a> und in <a href="Angola" title="Angola">Angola</a> oder die zeremoniellen Messer als Zeichen der Macht in <a href="Benin" title="Benin">Benin</a> und <a href="Nigeria" title="Nigeria">Nigeria</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutung_als_Waffe">Bedeutung als Waffe</h2></div>
<p>Die militärische Bedeutung des Messers als Waffe war schon immer gering, obwohl es oft zur Ausrüstung gehört. In der Regel ist es ein Werkzeug und erst in zweiter Linie eine Waffe. Als Waffe wurden vor der Entwicklung der Feuerwaffen hauptsächlich längere Hieb- und Stichwaffen wie Schwert oder Säbel, die eine größere Reichweite ermöglichten, eingesetzt. Mit der Einführung der <a href="Gewehr" title="Gewehr">Gewehre</a> wurde für den Nahkampf das meist aufsteckbare <a href="Bajonett" title="Bajonett">Bajonett</a> entwickelt, das aber keine Schneide hatte, weil es ausschließlich zum Stechen verwendet wurde. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich Messerbajonette, die auch vollwertige Messer waren. Bei den beengten Raumverhältnissen im <a href="Grabenkrieg" title="Grabenkrieg">Grabenkrieg</a> des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">ersten</a> und des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> erlangte das Messer als Waffe eine gewisse Bedeutung.
</p><p>Eine weitaus größere Bedeutung hat das Messer als Waffe im zivilen Bereich. Es ist problemlos zu beschaffen, kann jederzeit mitgeführt und unauffällig am Körper getragen werden. In Ländern, in denen der Schusswaffenbesitz eingeschränkt ist, stellen messerartige Gegenstände die bei Gewaltstraftaten am häufigsten eingesetzten Waffen dar; in Europa überwiegen Angriffe mit Hieb- und Stichwaffen, vor allem mit Messern (siehe <a href="Messerstecherei" title="Messerstecherei">Messerstecherei</a> und <a href="Waffenmissbrauch" title="Waffenmissbrauch">Waffenmissbrauch</a>). Aus diesem Grund sind Messerarten, die einen besonderen Waffencharakter haben, in vielen Ländern rechtlich reglementiert. Das betrifft vor allem einen Teil der Klappmesser, z. B. <a href="Balisong" title="Balisong">Balisong</a> und <a href="Springmesser" title="Springmesser">Springmesser</a>. Die meisten Taten – die Kriminalstatistik gibt 85 % an – werden aber mit normalen Küchenmessern verübt. In Großbritannien, wo eine anscheinend dramatische Zunahme von Messerstechereien gerade unter Jugendlichen zu verzeichnen sein soll, hat <a href="New_Scotland_Yard" title="New Scotland Yard">New Scotland Yard</a> Mitte 2008 mit einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne gegen Messer versucht, die blutige Gewalt unter Jugendlichen einzudämmen.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Deutschland sind seit 31. Oktober 2024 Messer in <a href="Waffenverbotszone" title="Waffenverbotszone">Waffenverbotszonen</a> grundsätzlich verboten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Traditionelle_Messer">Traditionelle Messer</h2></div>
<ul><li>Das <a href="Ulu_(Messer)" title="Ulu (Messer)">Ulu</a> ist das traditionelle Messer der <a href="Eskimo" title="Eskimo">Inuit-Frauen</a>. Es ist kein Schabmesser, wie oft angenommen wird, sondern dient zum Zerteilen von Fisch und Fleisch.</li>
<li>Das <a href="Khukuri" title="Khukuri">Khukuri</a> ist das gekrümmte Kampfmesser der <a href="Gurkha" title="Gurkha">Gurkha</a>, der legendären Krieger aus den Bergen <a href="Nepal" title="Nepal">Nepals</a>.</li>
<li>Das <a href="Navaja" title="Navaja">Navaja</a> ist ein großes, spanisches Klappmesser, das erstmals um das 15. Jahrhundert auftauchte.</li>
<li>Ab dem späten 17. Jahrhundert verbreitete sich in Frankreich und den angrenzenden Ländern in allen Volksschichten ein preiswertes Messer, das von <i>Eustache Dubois</i> entwickelt worden war. Es hatte eine Klinge mit zur geraden Schneide gerundetem Rücken und wurde mit einem sichtbaren Niet im Material des Griffs befestigt. Die Angel lief in eine geschmiedeten Verdickung aus, die die ausgeklappte Klinge fixierte. Das Messer wurde im Volksmund <i>Eustache</i> genannt, was in der französischen Umgangssprache bis in das 20. Jahrhundert umgangssprachlich für ein kleines, handliches Taschenmesser stand.</li>
<li>Die Messerschmiede <a href="ZWILLING_J.A._Henckels_AG" class="mw-redirect" title="ZWILLING J.A. Henckels AG">Zwilling</a> des <a href="Solingen" title="Solingen">Solinger</a> Messermachers <i>Peter Henckels</i> ließ am 13. Juni 1731 den Zwilling als <a href="Schutzmarke" class="mw-redirect" title="Schutzmarke">Schutzmarke</a> in die <i>Solinger Messermacherrolle</i> eintragen. Damit ist Zwilling eines der ältesten Warenzeichen der Welt.</li>
<li>Das <a href="Laguiole_(Messer)" title="Laguiole (Messer)">Laguiole</a> ist ein traditionelles Taschenmesser des beginnenden 19. Jahrhunderts aus der <a href="Auvergne" title="Auvergne">Auvergne</a> in Zentralfrankreich, das in der von Perret beschriebenen Arbeitsweise angefertigt wurde und das bis heute von verschiedenen Firmen, unter anderem in den Orten <a href="Laguiole" title="Laguiole">Laguiole</a> und <a href="Thiers_(Puy-de-D%C3%B4me)" title="Thiers (Puy-de-Dôme)">Thiers</a>, hergestellt wird.</li>
<li>1890 entwickelte Joseph <a href="Opinel" title="Opinel">Opinel</a> ein simples und preiswertes, zur Landarbeit gedachtes Klappmesser mit Holzgriff, das seither vom gleichnamigen Unternehmen im französischen <a href="Savoyen" title="Savoyen">Savoyen</a> hergestellt wird.</li>
<li>Der Schweizer Messerschmied Karl Elsener gründete 1884 die Firma <a href="Victorinox" title="Victorinox">Victorinox</a> und den Schweizerischen Messerschmiedverband, um die Soldatenmesser der Schweizer Armee im eigenen Land herstellen zu können. Aus dem <a href="Schweizer_Taschenmesser" title="Schweizer Taschenmesser">Schweizer Offiziersmesser</a> entwickelte sich das weltweit bekannteste <a href="Taschenmesser" title="Taschenmesser">Taschenmesser</a>.</li>
<li>Das <a href="Bowiemesser" title="Bowiemesser">Bowie-Messer</a>, benannt nach dem US-amerikanischen Pionier und Soldaten (19. Jahrhundert) <a href="James_Bowie" title="James Bowie">James Bowie</a>, gehört zu den Legenden des <a href="Wilder_Westen" title="Wilder Westen">Wilden Westens</a>.</li>
<li>Das <a href="Scagel" class="mw-redirect" title="Scagel">Scagel</a>-Jagdmesser, benannt nach William Scagel (* <a href="12._Februar" title="12. Februar">12. Februar</a> <a href="1873" title="1873">1873</a>; † <a href="26._M%C3%A4rz" title="26. März">26. März</a> <a href="1963" title="1963">1963</a>), einem amerikanischen Messermacher aus <a href="Michigan" title="Michigan">Michigan</a>, dessen Stil großen Einfluss auf Messerschmiede aus aller Welt, z. B. Bo Randall im 20. Jahrhundert hatte.</li>
<li>Messer mit <i>Buckelsklinge</i>, auch altdeutsches Tafelmesser genannt. Durch die speziell geformte, breite und abgerundete Spitze des Messers lassen sich cremige Speisen oder Butter ideal auf Broten verstreichen. Häufig werden diese Messer besonders dünn ausgeschliffen oder sind zusätzlich noch aus <a href="Karbonstahl" class="mw-redirect" title="Karbonstahl">Karbonstahl</a> gefertigt. Durch die damit verbundene hohe Schärfe und Schnitthaltigkeit sind Messer mit Wellenschliff z. B. zum Zerteilen von Brötchen nicht erforderlich.</li></ul>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Navaja" title="Navaja">Navaja, spanisches Klappmesser</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Das <i>Eustache</i></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Laguiole_(Messer)" title="Laguiole (Messer)">Laguiole-Messer</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Opinel" title="Opinel">Opinel-Messer</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Schweizer_Taschenmesser" title="Schweizer Taschenmesser">Schweizer Taschenmesser</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Rasiermesser" title="Rasiermesser">Luxuriöses Rasiermesser</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Bowiemesser" title="Bowiemesser">Bowiemesser</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Messer mit einer <i>Buckelsklinge</i> aus Karbonstahl</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wichtige_Museen">Wichtige Museen</h2></div>
<p>Die Bedeutung des Messers in der Menschheitsgeschichte wird vielerorts in Museen gewürdigt. Hierzu gehört das <a href="Deutsches_Klingenmuseum" title="Deutsches Klingenmuseum">Deutsche Klingenmuseum</a> in <a href="Solingen" title="Solingen">Solingen</a>,<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> dessen Sammlungen vor nahezu 100 Jahren begonnen wurden und das sich der regionalen und internationalen Geschichte der Herstellung von Klingen für Schwerter und Degen ebenso wie Messer für den täglichen Bedarf und Bestecke von Weltruf widmet. Es hat die weltweit größte Bestecksammlung. Weiterhin gibt es ein <i>Messermuseum in <a href="Steinbach_an_der_Steyr" title="Steinbach an der Steyr">Steinbach an der Steyr</a></i>, Österreich,<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und das <i>Musée de la coutellerie</i> in <a href="Nogent" title="Nogent">Nogent</a>, Frankreich,<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> mit dem Schwerpunkt zu Arbeiten von Nicolas Pelletier (1828–1921). Das <i>Musée de la coutellier</i> in <a href="Thiers_(Puy-de-D%C3%B4me)" title="Thiers (Puy-de-Dôme)">Thiers</a>, Frankreich,<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zeigt als Schwerpunkt Gebrauchsmesser des 16. Jahrhunderts bis zur Neuzeit, das <i>Museo dell’Arte fabbrile e delle Coltellerie</i> in <a href="Maniago" title="Maniago">Maniago</a> (Region <a href="Friaul-Julisch_Venetien" title="Friaul-Julisch Venetien">Friaul-Julisch Venetien</a>)<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> widmet sich der regionalen traditionellen und modernen Messerherstellung, und das <a href="Sardinien" title="Sardinien">sardische</a> Messermuseum <i>Museo del Coltello Sardo</i> in Arbus, Sardinien (Metropolitanstadt Cagliari),<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> beherbergt unter anderem das weltgrößte Klappmesser.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>A. E. Hartingk: <i>The Complete Encyclopedia of Knives.</i> Chartwell, 2005, ISBN 0-7858-1997-5 (englisch).</li>
<li>Richard Hehn, Norbert Klups: <i>Messer. Profi-Tipps für Benutzer und Sammler.</i> Motorbuch, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02100-5.</li>
<li>Joe Kertzman: <i>Art of the Knife.</i> Krause Publications, 2007, ISBN 978-0-89689-470-9 (englisch).</li>
<li>Heinz Knorr: <i>Messer und Dolch. Eine Untersuchung zur mittelalterlichen Waffenkunde in gesellschaftskritischer Sicht.</i> In: <i>Veröffentlichungen des Museums für Ur- und Frühgeschichte Potsdam.</i> Band 6 (1971), S. 121–145.</li>
<li>Roman Landes: <i>Messerklingen und Stahl: Technologische Betrachtung von Messerschneiden.</i> 2. Auflage. Wieland-Verlag, ISBN 978-3-938711-04-0.</li>
<li>Gabriele Mandel (Hrsg.): <i>Das Messer. Geschichte, Kunst und Kultur.</i> Parkland, Köln 1996, ISBN 3-88059-860-6.</li>
<li>Jean-Noel Mouret: <i>Messer.</i> Moewig, 2001, ISBN 3-8118-1706-X.</li>
<li>Don Paul: <i>Everybody’s Knife Bible.</i> Pathfinder Publications, 1999, ISBN 0-938263-23-4 (englisch).</li>
<li>Gérard Pacella: <i>100 legendäre Messer.</i> Tosa, 2001, ISBN 3-85492-454-2.</li>
<li>Vera Bianco Peroni: <i>Die Messer in Italien – I coltelli nell'Italia continentale.</i> C.H. Beck, 1976, ISBN 3-406-00766-X (deutsch/italienisch).</li>
<li>Wolfgang Rausch: <i>Das Messer, Waffe und Werkzeug.</i> Motorbuch, Stuttgart 2003, ISBN 3-87943-638-X.</li>
<li>Thibaut Rémusat: <i>Le Couteau: De la lame à l’identité.</i> Editions Crépin-Leblond, 2006, ISBN 2-7030-0286-6 (französisch).</li>
<li>Ernst G. Siebeneicher-Hellwig u. a.: <i>Messer. Verschönerungstechniken und Materialien.</i> Motorbuch, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02472-1.</li>
<li>Hans J. Wieland: <i>Messer-Katalog 2008. Das große Nachschlagewerk für Messerfreunde.</i> Wieland-Verlag, Bruckmühl 2007, ISBN 978-3-938711-03-3.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Knives?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Messer</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Messer" class="extiw external" title="wikt:Messer">Wiktionary: Messer</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Messer" class="extiw external" title="q:Messer">Wikiquote: Messer</a></b> – Zitate </div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4169502-1">Literatur von und über Messer</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/umwelt-technik/messer-scharf-sein-ist-eben-nicht-alles-1514976.html">Hans-Heinrich Pardey: <i>Messer. Scharf sein ist eben nicht alles.</i></a> In <a href="Frankfurter_Allgemeine_Zeitung" title="Frankfurter Allgemeine Zeitung">FAZ</a> vom 7. Februar 2008.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.klingenmuseum.de/">Deutsches Klingenmuseum Solingen</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/2002/holtmann/holtmann.pdf">Gerhard F. W. Holtmann: <i>Untersuchung zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Messern.</i></a> Dissertation 1993, <a href="Portable_Document_Format" title="Portable Document Format">PDF</a>-Datei (47,56 MB).</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.couteaux-jfl.com/bienvenue.htm">Die Welt des Messers</a> (franz.)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Adolf_Bach" title="Adolf Bach">Adolf Bach</a>: <i>Die Geschichte der deutschen Sprache.</i> S. 37.</span>
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